Stilles Zürich

Stille Zeit vor der Weiterfahrt

In Zürich finde ich das in der Bahnhofshalle. An der Stelle am Kopfgleisende. Da wo der Zug still steht hinter mir, oder noch kein Zug eingefahren ist.
Hier am Anfang eines Bahnsteiges, an den glänzenden Metallstangen anlehnen mit dem Blick in die Bahnhofshalle. Hinter mir steht es still. Da kann ich still sein. Diese Zeit geniesse ich meistens vor dem Zurückreisen nach Hause. Wenn ich sie nicht habe, fehlt mir was. Oft plane ich mir die Zeit dazu ein. Um noch eine Weile da still zu stehen. Anhalten.
Die Menschen gehen laufen winken umarmen trennen küssen hetzen treffen schleppen schlendern suchen finden… ziehen vorüber.  In allen verschiedenartigsten Kleidungen und Gepäcken, Kinder,  Hunde alles ist hier zu bestaunen. Und, ich muss gar nichts. Nur Da sein. Gehört für mich zu Zürich. Dann steige ich in den Zug ein.

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Kommentar

  • So naheliegend und eindrücklich beschrieben – dieses Innehalten am Gleisende; werde ich auch probieren, danke!

    Vor dem grossen Kristall zu sitzen im kleinen Raum der Stille im früheren Kohlekeller der Citykirche offener St. Jakob tut mir auch wohl. Gerade jetzt wo rundum gebaut wird beim Stauffacher, werden die beiden Ebenen sehr offensichtlich: die Ruhe und Stille auf dem Grund und die lautstarken Wellen des Alltags darüber. Zum Abschluss die Himmelstreppe der Künstlerin Corina Rüegg hochsteigen und auf dem letzten Tritt vor dem Abgrund stehen bleiben, ……. dann glücklich wieder umkehren…..ein paar Treppen runter auf die Erde, wo die Bagger graben und unser Tagwerk wartet.

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